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Vier Punkte und vier Kilo schwerer

Volles Haus hatten wir am vergangenen Sonntagvormittag. Gleich 27 Schachspieler und eine Schachspielerin fanden den Weg in unseren Tempel, das Pfarrheim Maria Frieden. Während unsere Erste Mannschaft Nordhorn Blanke III im Kampf um den Klassenerhalt empfing, duellierte sich unsere Zwote mit unserer Dritten im Kampf um den Platz an der Sonne. Nicht aber im metaphorischen Sinne, sondern wortwörtlich, denn nach dem Mannschaftskampf wurde gemeinsam auf der Terrasse gegrillt. Es war, um es vorwegzunehmen, ein schöner, sonniger Schachsonntag – sowohl essenstechnisch als auch sportlich, wie die Überschrift erahnen lässt.

SV Kaponier Vechta – SK Nordhorn Blanke III

Bereits vor dem Auswärtsspiel in Emden vor drei Wochen (wie wir stolz nicht berichteten), erkannten wir den Ernst der Lage. Wir waren unten reingerutscht, mussten zusehen, irgendwo und irgendwie Mannschaftspunkte für das rettende Ufer zu holen. Es folgte ein befreiender 5:3-Auswärtssieg, bestenfalls Grund genug, um ein wenig durchzuatmen. Doch die Tabelle vor dem Heimspiel gegen Nordhorn Blanke lud ganz und gar nicht zur Verschnaufpause ein.

Man könnte meinen, von unserem Tabellenplatz aus richten wir den Blick eher nach oben, als nach unten. Doch beim genaueren Hinsehen stellt man fest, dass der Abstand zum Abstiegsplatz gerade einmal zwei Punkte beträgt, auf Osnabrück hingegen sind es ganze sechs.

In der Aufstellung, Schmitt, Tarasenko, Mählmann, Borshchov, Schermeier, Heermann, Rauber und Schaefer traten wir an.

Brett 3: Gerne machen Schachspieler akustisch auf sich aufmerksam (entweder durch das energische Drücken auf die Uhr oder das entschlossene Schlagen der Figuren), wenn sie einen überraschenden und zugleich dynamischen Zug spielen. Und nach noch nicht einmal zwei Stunden hörte man es in diesem Sinne am dritten Brett laut pfeffern! Zu unserem Leidwesen fand Hans-Joachim Schrader in folgender Stellung ein lehrbuchmäßiges Qualitätsopfer.

Jürgen, der seit seiner Taufe zum Kaponiero vor über einem Jahr noch kein einziges Mal verlor, übersah Txf6!. Nach gxf6 nimmt Weiß aber nicht etwa wieder, sondern dringt mit der Dame auf h6 ein – tödlich für Schwarz. Jürgen gab auf. 0:1.
Jürgen kassierte seine erste Niederlage als Kaponiero.

Brett 8: Zu seinem allersten Verbandsligaeinsatz kam Immanuel am achten Brett mit Weiß gegen Hendrik Geertsma. Immanuel bekam einen Franzosen aufs Brett und musste zunächst seine Theoriekenntnisse unter Beweis stellen. Ohne große Probleme spielte er die Eröffnungszüge herunter, fand dann, als er aus dem Buch schien – gemessen am Zeitverbrauch –, eine sinnvolle Entwicklungsroute für seinen noch auf der Ausgangsposition befindlichen Springer.

Über d2, b3 und d4 brachte Immanuel seinen Springer ins Spiel.

Immanuel baute sich nahezu fehlerfrei auf, ihm unterliefen wenn überhaupt nur kleinere Ungenauigkeiten. Nach 17 Zügen stand er besser.

Weiß hat die c-Linie unter Kontrolle und die wohl etwas bessere Leichtfigur (das Feld c5 lächelt einen ja fast schon an). Beklagen kann sich Immanuel über seine Stellung jedenfalls nicht.

Erst als die Damen und zwei Türme getauscht wurden, verflachte die Partie und Immanuel verspielte seinen Vorteil.

Weiß hat zwar einen Bauern mehr, Schwarz dafür aber einen sehr aktiven Turm auf der zweiten Reihe. Für beide Parteien scheint ein unmittelbares Fortkommen schwierig. Man einigte sich auf Unentschieden. 0,5:1,5.
Immanuel machte bei seinem Debüt in der Verbandsliga West einen hervorragenden Job und verdiente sich den halben Punkt.

Brett 7: Wie gewohnt packte Christoph in der Eröffnungsphase, die ja eigentlich aus tiefen Theoriekenntnissen und konkreten Zugabfolgen bestehen sollte, seinen unorthodoxen Harakiri-Stil aus. Ich selbst staunte nicht schlecht, als ich Christoph erst mit Mann und Maus verteidigen sah, ehe er mit den Türmen über die offene a-Linie in des Gegners Hälfte eindrang und auf hervorragende Art und Weise ein Mattnetz konstruierte.

Dass Weiß einen Bauern mehr hat, spielt keine Rolle. Der König auf e3 ist gefangen, das Matt (f3 oder e2) ist unvermeidlich. Chapeau, Christoph – tolles Comeback! 1,5:1,5.

Brett 6: Aus der Eröffnung heraus gegen Niklas Brinkers stand ich mit Weiß schon früh gut. Seinem Stonewall-Verschnitt hielt ich mein aktives Figurenspiel entgegen.

Der rückständige Bauer auf e6, die schwarzfeldrigen Schwächen am Königsflügel und der eingesperrte Läufer auf c8: Schwarz hat viele Schwächen, Weiß hingegen ist hervorragend entwickelt.

Ich vereinfachte das Geschehen, tauschte die für mich überflüssigen Leichtfiguren ab, um am Ende einen starken Springer gegen einen schwachen Läufer zu haben.

Es folgte e6! mit Öffnung der e-Linie. Weiter ging es mit Txe6, Te1, Td8, Txe6+. Lxe6 und Te1. Der schwarze Läufer wäre nicht mehr zu halten gewesen, Brinkers ließ sich schließlich ehrenwert Matt setzen. 2,5:1,5.

Brett 1: Dirk tat sich am ersten Brett etwas schwer und musste lange knabbern, bevor er im Turmendspiel nach einem Fehler seines Gegners gewinnen konnte.

 Weiß zog g4?, woraufhin Dirk sich am Bauern bediente (Kxf3). Die Bahn für den schwarzen e-Bauern war frei, das darauffolgende Txf6+ parierte unser Mannschaftsführer mit Tf4. 3,5:1,5.
Wenn alles gut läuft, knackt Dirk nach der Saison seine bisherige DWZ-Bestmarke von 2058 (Live-DWZ: 2057).

Brett 5: Nichts so gut lief es für K.P. am fünften Brett. Durch die Eröffnung kam er ohne große Probleme. Zwar hatte sein Gegner Raumvorteil, simpel verwertbar schien dieser aber nicht. Dann aber behinderten sich K.P.s Leichtfiguren in der Feldersuche gegenseitig, was sein Gegner Jörg Kölber ausnutzte.

Df4? sieht erstmal harmlos aus, ist aber ein Fehler. Denn b4! führt zum Figurenverlust, da es den Leichtfiguren an Rückzugsfeldern mangelt.

Doch auch danach war die Partie noch nicht entschieden. K.P. kämpfte sich zurück in Spiel, kontrollierte zeitweise die a-Linie, sah in Zeitnot aber nicht die besten Züge und musste sich im Endspiel geschlagen geben. 3,5:2,5.

Brett 2: Nazar erarbeitete sich schrittweise einen Vorteil und schien die Zügel fest in den Händen zu halten.

Der Computer zeigt in dieser Stellung +2,3 für Weiß an. Das scheint auf den ersten Blick nachvollziehbar, denn Weiß hat einen Bauern mehr, die bessere Bauernstruktur und einen im Vergleich zu Schwarz gut geschützten König.

Allzu einfach in einen Sieg ummünzen ließ sich die Stellung aber nicht. So musste Nazar notgedrungen in ein Turmendspiel mit nicht zu unterschätzender Remisgefahr übergehen. Nazar behielt die Nerven. 4,5:2,5.

Der Mannschaftskampf war also entschieden. Es stand nur noch die Frage im Raum, wie hoch er ausfallen würde. Wie auch schon in Emden zeigte sich Maksym nervenstark. Zum Schluss hatte er ein Endspiel auf dem Brett, in dem seine zwei verbundenen Freibauern stärker waren, als der Läufer. 5,5:2,5.

Nach schwachem Saisonstart hat sich Maksym gefangen und zeigt sich mittlerweile in Topform.
Kaponiero Kiebitze versammelten sich um das Brett von Maksym und drückten ihm die Daumen.

Die aktuelle Tabelle:

SV Kaponier Vechta II – SV Kaponier Vechta III

Der Mannschaftskampf zwischen der zweiten und dritten Mannschaft in der Bezirksklasse Süd-Ost steht sinnbildlich für die positive Entwicklung unseres Schachvereins. Ich werde nicht müde zu betonen, dass wir vor nicht allzu langer Zeit Probleme hatten, überhaupt zwei Mannschaften mit zehn Spielern zu füllen. Und nun kriegen wir problemlos 20 Schachspielerinnen und Schachspieler zusammen, alle im Dienste des SVK, drei Mannschaften, vollbespickt mit Jugendlichen, die man schlagen sollte, solange es noch geht.

Brett 2: An den letzten Satz wird sich Rainer vermutlich in einigen Jahren erinnern, durfte er doch am zweiten Brett gegen Illia (9 Jahre) antreten. Zugegebenermaßen zog unser Schachhäuptling unserem Kaponierinho relativ früh den Stecker, da Illia eine Fesselung übersah.

In dieser Stellung rochierte Illia, nur leider in die falsche Richtung. Er entschied sich für die große Rochade, was leider zum Verlust führt. Wer sieht den Gewinnzug? 1:0.
Rainer nutzte die Fehler von Illia eiskalt aus.
Trotz der Dino-Trinkflasche biss sich Illia am Häuptling die Zähne aus.

Brett 4: Auch Sascha konnte am vierten Brett einen der jungen Wilden schlagen. Er spielte mit Weiß gegen Fabian und drehte trotz kurzzeitiger Eröffnungsschwierigkeiten innerhalb weniger Züge die Partie. Eine fünfzügige Kombination mündete in einen Figurengewinn. Sehr gut gesehen, Sascha!

Dem schönen Doppelangriff ging eine mehrzügige Kombination voraus. Fabian konnte die Figur weniger nicht kompensieren, Sascha holte den vollen Punkt. 1:1.

Noch bemerkenswerter ist Saschas bisherige Saisonbilanz:

4/5 und eine Performance von 1800 sprechen eine deutliche Sprache.
Sascha spielt bislang eine hervorragende Saison.
Fabian übersah eine durchaus anspruchsvolle mehrzügige Variante und unterlag Sascha.

Brett 5: Während an den Brettern zwei und vier Figurenverluste die Partien frühzeitig entschieden, ging es zwischen Mark und Karl am fünften Brett deutlich enger zu. Mark sah sich mit Benoni konfrontiert, eine Eröffnung, in der Schwarz zunächst Raumverlust in Kauf nimmt. Auf hohem Niveau wird Benoni kaum noch gespielt, weil der Weißspielende in der Regel mit dem Raumvorteil umzugehen weiß.

Mark machte vieles richtig und sicherte sich immer mehr Raum (wie zu sehen, nun auch am Königsflügel).

Figuren tauschten sich ab, Mark gewann einen Bauern – es entwickelte sich ein Endspiel, welches wahrscheinlich für Lehrzwecke sehr gut geeignet ist.

Während Mark das Läuferpaar und zwei verbundenen Freibauern hat, hat Karl noch die wichtige Bauernressource auf a3.

Mark konnte den Vorteil noch für eine kurze Zeit halten, ehe Karl technisch sehr sauber in das Endspiel mit zwei ungleichfarbigen Läufern abwickelte und den halben Punkt festklammerte. 1,5:1,5.

Eine Traumstellung für Andreas Kähler, das Remis ist unvermeidlich.
Mark stand über weite Strecken besser als Karl, musste sich jedoch am Ende mit einem Remis begnügen.
Karl rettete sich dank einer klugen Abwicklung ins Remis.

Brett 6: Zu ihrem allersten Mannschaftseinsatz als Kaponiera im Erwachsenenbereich kam Julia am sechsten Brett gegen Danill. Bis zum 17. Zug war es materiell ausgeglichen, bevor Danill eine Qualität gewinnen konnte.

Der weiße Turm findet kein Feld, auf dem er nicht vom Läufer oder Springer geschlagen werden würde.
Julia bei ihrem ersten Einsatz als Kaponiera.

Trotz der Qualität weniger hielt Julia gut dagegen, suchte Angriffsmöglichkeiten und hatte zwischenzeitlich sogar die Chance, die Spannung wiederherzustellen.

Sh4 in dieser Stellung hätte zwar die Qualität nicht wettgemacht, doch Weiß hätte Schwarz damit durchaus vor Probleme stellen können. Der Springer hätte dort gut gestanden und das Feld g6 kontrolliert, ein Feld, auf das die weiße Dame immer wieder rüber geguckt hätte. Leider ein wenig zu viel „hätte“.

Bedauerlicherweise stellte Julia den Springer wenig später einzügig ein, womit die Partie entschieden war. 2,5:1,5.

Grund zur Freude hatte Danill, nachdem er gegen Julia die Qualität gewinnen konnte.

Da Martin seine Partie gegen Manfred gewinnen konnte und Viktor und Emil sich die Punkte am dritten Brett teilten, lautete der Endstand 4:2 für unsere Zwote.

Wie es sich gehört, schreibt Emil jeden Zug mit. Wie immer.
Viktor holte mit den schwarzen Steinen einen starken halben Punkt gegen Emil.
Trotz Niederlage hatte Manfred gute Laune parat.
Martin setzte sich am ersten Brett gegen Manfred durch.

Die Saison ist zwar noch nicht vorbei, aber die 2. Mannschaft um Mannschaftsführer Mark wird sie auf einem starken 2. Platz abschließen.

Im Anschluss wurde bei strahlendem Sonnenschein noch gemeinsam gegrillt. Die Stimmung war ausgelassen, die Mannschaften von Kaponier Vechta gingen mit vier zusätzlichen Punkten nach Hause – und die meisten wohl auch mit gefühlt vier Kilo mehr auf den Hüften.

Wir bedanken uns bei allen, die etwas vorbereitet und beim Auf- und Abbau mitgeholfen haben, und haben uns natürlich auch über alle gefreut, die an dem Tag dabei waren. Zum Saisonende werden wir das Ganze wiederholen.

Dirk hat seinen Teller mit Fleisch bereits zurückgelegt.
Bestimmt ein neuer Internettrend, für den ich zu alt bin.
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2. Mannschaft

Erster Saisonsieg für „Zwote“

Mit einem souveränen 4:2 gegen die SG Barnstorf fuhr unsere zweite Mannschaft am vergangenen Sonntag im Pfarrheim Maria Frieden ihren ersten Saisonsieg ein. Neben Mannschaftsführer Mark Schmitt traten unsere Kaponierinhos Fabian (Brett 3), Danill (Brett 5) und Karl (Brett 6) an, die „alten“ Haudegen Christoph (Brett 1) Rainer (Brett 2) komplettierten die Sechser-Truppe.

Christoph (1708) und Rainer (1704) siegten gegen Reeßing (1551) und Krumland (1502) und bestätigen, dass wir gerade an den Spitzenbrettern sehr gut aufgestellt sind.

Fabian (1496) spielte mit Schwarz, sein Gegner Hartmann (1367) entschied sich für das Colle-System.

Im Colle-System werden die weißen Figuren fast immer unabhängig vom Aufbau des Gegners schematisch platziert. Das macht es so leicht, die Eröffnung zu erlernen. Der Aufbau ist sehr solide und zugleich vielversprechend für überfallartige Attacken. Häufig entscheidet sich Weiß für einen Angriff mit Zügen wie etwa f4, g4, Tf3 etc.

Fabian bekam frühzeitig seine Probleme und hatte kaum eine Chance auf nennenswertes Gegenspiel.

Eine gute Stellung für Trainingszwecke. Warum ist Weiß im Vorteil?

Leider fand Fabian kein Rezept gegen den bis dato stark auftrumpfenden Hartmann. Bereits in folgender Stellung hätte dieser die Partie so gut wie beenden können.

Schlag- und Schachzüge berechnen, und wenn beides in einem Zug möglich ist, dann erst recht: Lh7!! wäre bereits der Ausmacher gewesen. Das typische Läuferopfer wäre flankiert worden nach Kxh7 mit Dh5+, Kg8, De8+, Kh7 und Tf3 + -.

Fabian blieb noch für kurze Zeit am Leben, doch nach 24 Zügen wurde er Matt gesetzt. Sein Gegner Hartmann spielte außerordentlich gut.

Fabian erwischte leider einer glücklosen Tag. Wie zu sehen ist, schaute auch der große Meister des Jerome- und Elefantengambits Andreas den jungen Wilden über die Schulter. Wann unsere Geheimwaffe Kaehler zum Einsatz kommt, ist noch ungewiss. Man munkelt, die Konkurrenz schraubt an deren Brettern den f-Bauern fest und übt fleißig das Ablehnen willkürlicher Remisangebote.

Mannschaftsführer Mark (1481) stand mit Weiß gegen Buchtmann (1302) also schon mehr oder weniger in der Pflicht, den alten 2-Punktevorsprung wieder herzustellen. Bereits früh standen die Zeichen dafür gut.

An dieser Stelle demonstriert Mark, wie wichtig ein besetztes Zentrum ist und wie man die Passivität des Gegners ausnutzen kann. Durch 8. e5 drängt Mark zum einen den Springer auf die achte Reihe zurück, zum anderen öffnet sich die Diagonale für die Dame – der Bauer auf b7 fällt.

Und es ging offensiv munter weiter:

Auch den zweiten Bauern schob Mark vor (11. e6!!), wodurch er schließlich Material gewann. Sehr ansehnliche Sequenz unseres Mannschaftsführers.

Über einen Fehler, der die Partie in die komplett andere Richtung hätte kippen können, sehen wir mal hinweg. Stattdessen sahen die Kiebitze ein deutlich besseres Endspiel für Mark, der seinen Gegner am Ende sogar Mattsetzen konnte.

 Weiß am Zug gewinnt.
Mehr Schach in einem Bild geht nicht: Schachbrett, Schachpullover und Jerome-Experte Kaehler.

Am sechsten Brett spielte unser Kaponierinho und Besitzer des Abonnements, Dirk im Blitzen zu schlagen, Karl. Nachdem Karl gut aus der Eröffnung herausgekommen war, verlor er einen Bauern, dem er lange Zeit hinterherlief.

Anstatt den schwarzen Bauern auf c4 sofort zu nehmen, spielte Karl das sehr überflüssige 10. h3?, wodurch sein Gegner Schröder (1137) den Läufer nach e6 zurückzog und am Mehrbauern zunächst festhielt.
 

Karl gewann den Bauern wieder und kämpfte sich zurück in die Partie. Schröder machte es jedoch clever und wickelte in ein deutlich besseres Endspiel für ihn ab. Schließlich musste sich unser Jungspund geschlagen geben.

Durch die Fesselung geht der Springer zwangsläufig verloren. Karl gab in diesem Moment folgerichtig auf.
Durch den Fehler in der Eröffnung geriet Karl früh ins Hintertreffen. Trotz aufbäumender Reaktion konnte er dem Spiel nicht mehr die entscheidende Windung geben. Schade!

Am fünften Brett spielte Kaponierinho Danill (1488) mit Schwarz gegen den nominell etwas schwächeren Jürgen Meyer (1201). Über einen kleinen Umweg (1. d4 c6 2. e4 d5) führte Danill in die Caro-Kann-Verteidigung über, und sah sich mit der nicht einfach zu bespielenden Vorstoßvariante konfrontiert.

Mit 3. e5 tun sich Caro-Kann Spieler häufig schwer. Weiß gewinnt zunächst Raum, während Schwarz darum bemüht ist, den weißfeldrigen Läufer im Sinne eines „besseren Franzosen“ zu entwickeln und am Zentrum anzuknabbern.

Danill ist es schließlich gelungen, die Figuren in der Vorstoß-Variante typischerweise so zu entwickeln, dass Druck auf den schwachen d4-Bauern ausgeübt wird.

Die schwarzen Figuren sind gut platziert, wohingegen Weiß seine Dame, Springer und Läufer damit betrauen muss, den rückständigen Bauern zu verteidigen. Allerdings spielte Danill hier 16. a6?! – die Idee, wie sich in der Partie zeigt, bestand wohl darin, den Springer über a7 umzugruppieren. An sich kein schlechter Gedanke und es zeigt auch, wo das (kleine) Problem in der Stellung liegt: Wie macht Schwarz weitere Fortschritte?

Wenig später begann Danill seinen ersten strategischen Fehler.

Er wollte „irgendwie“ seine Türme verdoppeln, doch dieses „irgendwie“ lud Weiß dazu ein, die Türme abzutauschen und dem weißfeldrigen Läufer die Diagonale zu überlassen.

Die Partie drohte in Meyers Richtung zu kippen, doch als die Unübersichtlichkeit um sich Griff, bewies Danill den kühleren Kopf und gewann dank einer schönen Kombination zunächst den Turm und infolgedessen die Partie.

Wie setzte Danill seinen Gegner in drei Zügen Matt? Auflösung gibt’s hier nicht, du musst halt rechnen. Homepage mit Anspruch eben.
Trotz kleinerer Turbulenzen gewann Danill seine Partie. Vor allem seine Spielanlage in der Eröffnung konnte sich sehen lassen.

Fazit: Die zweite Mannschaft gewinnt und hat bewiesen, mit den Mannschaften in der Bezirksklasse Süd-Ost konkurrieren zu können. Am 6. Februar 2026 steht das Auswärtsspiel in Quakenbrück an.

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2. Mannschaft

„Die Mannschaft ist ideal aufgestellt“

Letzte Saison noch in der Funktion als Mannschaftsführer der Dritten in der Kreisliga tätig gewesen, führt Mark jetzt die Zweite durch die Bezirksklasse Süd-Ost. Wie er auf die Saison blickt und welche Gedanken er sich als Kapitän macht, hat er im Gespräch mit mir erläutert.

Mark, in der kommenden Saison bist du der Mannschaftsführer der zweiten Mannschaft, die wie unsere Dritte in der Bezirksklasse antritt. Das bedeutet mehr Ligaspiele als zuvor und sechs Bretter, die besetzt werden müssen. Muss ich dich überhaupt danach fragen, wie viel geiler es ist als letzte Saison?

Mark: Erstmal ist es eine richtig geile Sache, dass wir zwei Mannschaften in der Bezirksklasse stellen können und endlich mehr Schach gespielt werden kann. Letztes Jahr gab es nur vier Runden und kaum fing die Saison an, war sie auch schon vorbei. Nach dem Aufstieg haben wir mehr und bessere Gegner und sechs Bretter, die in den jeweiligen Mannschaften besetzt werden müssen. Unser Verein hat das Glück, dass wir sehr viele Spieler haben, die ähnlich stark sind und was das angeht, sind wir eigentlich sehr gut aufgestellt. Also ist die Vorfreude auf die neue Saison deutlich größer als im letzten Jahr.

Wenn man sich den Kader anschaut, erkennt man einen bunten Mix aus jungen Wilden und erfahrenen Arrivierten. Wie stehst du zu dieser Mischung?

Mark: Die Mannschaft ist eigentlich ideal aufgestellt. Wir haben sehr erfahrene und starke Spieler an den vorderen Brettern, die schon höherklassig gespielt haben und zwei junge und extrem talentierte Spieler, die jetzt schon gezeigt haben, dass sie in der Liga locker mithalten können. Und ich bin irgendwo dazwischen. Ich wollte unbedingt junge Spieler in der zweiten Mannschaft dabeihaben, da sie dort super Erfahrungen sammeln und sich so am besten weiterentwickeln können.

Mannschaftsführer Mark geht voller Zuversicht in die kommende Saison.

Und nach welchen Kriterien wirst du die Mannschaft aufstellen?

Mark: Die Mannschaft stellt sich eigentlich von allein auf. Die erfahrenen Spieler werden die ersten Bretter besetzen, weil sie die spielstärksten sind und dahinter werden die jungen Spieler zeigen, was sie schon können und das ist schon jetzt sehr viel.

Mit welchen Ambitionen geht ihr in die Saison?

Mark: Ich glaube, dass man sich berechtigte Hoffnung auf den Aufstieg machen kann.

Und wie lautet dein persönliches Saisonziel?

Mark: Mein persönliches Ziel sollte schon sein über 50 % meiner Partien zu gewinnen. Mal schauen, ob es klappt.

Vielen Dank für das Gespräch!

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2. Mannschaft

Vechta 3 bezwingt Hümmling deutlich

Die neugegründete dritte Mannschaft um Kapitän Mark hat am vergangenen Sonntag ihren allerersten Saisonsieg einfahren können. Gegen Hümmling feierten Danill, Sascha, Daniel und Mark einen deutlichen 3,5:0,5 Erfolg.

Danill konnte an dem Tag entspannen. Weil sein Gegner nicht anwesend war, ging der Punkt kampflos an unseren Kaponierinho. 1:0.

Da Danills Gegner nicht erschienen ist, gewann er kampflos. Gewonnen hätte er aber bestimmt auch so, bedenkt man seine zuletzt guten Ergebnisse bei der Jugendserie.

Daniel konnte am zweiten Brett den allerersten vollen Punkt als Kaponiero feiern. Der Vorzeigestudent der Universität Vechta kam etwas behäbig in die Partie, ehe aus einer taktischen Situation ein kleiner Vorteil für ihn entsprang.

Anstatt den Springer fortzubewegen, entschied sich Daniel richtigerweise für xe5. Ich trug das Erstaunen im Gesicht, hätte ich ihm das vorher doch gar nicht zugetraut.

Die Partie plätscherte mit bruchlosem Vorteil für Daniel vor sich hin. Im höheren Sinne gewonnen war das Endspiel dann, in das Daniel clever abwickelte.

Die Stellung ist klar besser für Weiß; ein Mehrbauer und zwei Freibauern sprechen für sich, hinzu kommt der zentralisierte Springer.

Später ergatterte Daniel auch noch die Leichtfigur – seinen ersten Sieg konnte er eintüten. 2:0.

Daniel steuerte einen vollen Punkt zum Heimsieg bei.

Weil Mark seinen Gegner nach langem Kampf auch noch niederringen und Sascha mit den schwarzen Steinen einen halben Punkt holen konnte, stand ein am Ende auch in der Höhe klarer Heimerfolg zubuche.

Peripheres sehen hat der Mann anscheinend drauf.
Auch Sascha konnte sich über einen halben Punkt freuen.

Mit dem Sieg unserer dritten Mannschaft steht so gut wie fest, dass entweder Vechta II oder III aufsteigen wird.

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2. Mannschaft

Dürfen wir schon träumen? Vechta II baut Tabellenführung aus

Zweites Ligaspiel, zweiter Sieg! Auch gegen den SC Hümmling II gab sich unsere Reservemannschaft in der Kreisliga Süd keine Blöße. Am Ende gewann das Team um Mannschaftsführer Manfred Kohlhoff mit 3,5:0,5. Während Manfred seinen ersten Gewinn in der laufenden Saison bejubeln konnte, sicherte sich Christoph am zweiten Brett einen halben Punkt. Viktor und Fabian knüpften an ihre Leistungen vom ersten Spieltag an und konnten ihre weiße Weste behalten.

Bereits in der Frühphase stellte Viktor die Weichen auf Sieg:

Nach Sbd7?? nutzte Viktor die Gelegenheit, um eine Gabel/ Doppelangriff in die Wege zu leiten. Erst zog er e4! um nach Lg4 e5! hinterherzuschieben – Materialgewinn und damit + -. Klug tauschte Viktor, wie es sich gehört bei mehr Material, die Figuren ab und vollendete die Partie, wie er auch schon seinen Sieg eingeleitet hatte, mit einer sehenswerten Gabel.

Nach welchem Zug gab Viktors Gegner an dieser Stelle auf?

Fabian brauchte etwas länger, um sich einen klaren Vorteil zu erspielen. Die Partie war über weite Strecken ausgeglichen, ehe unser Jugendblitzbezirksmeister (das betonen wir gerne) von einem strategischen Fehler seines Gegners profitierte und Druck am Damenflügel ausübte.

Dann aber verlor Fabian etwas den Faden und die Stellung kippte in Richtung Ausgleich. Weil sein Gegner aber einzügig den Turm einstellte, schaukelte Fabian seinen zweiten Sieg im zweiten Ligaspiel nach Hause.

In dieser Stellung zog Weiß Txb4??

Damit steht unsere zweite Mannschaft bei noch zwei ausstehenden Ligaspielen an der Spitze der Kreisliga Süd. Sieht gut aus!

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Klare Angelegenheit im vereinsinternen Duell

Am vergangenen Sonntag setzte sich unsere Zweitvertretung zum Saisonauftakt in der Kreisliga Süd relativ geschmeidig mit 3,5:0,5 gegen unsere neu gegründete dritte Mannschaft durch. Der deutliche Sieg überraschte, bewegten sich die Mannschaften ELO-technisch doch auf Augenhöhe.

Für den ersten vollen Punkt der Zwoten sorgte unser frischgebackener Bezirksjugendblitzmeister Fabian. Dieser kam bereits in der Frühphase gut ins Spiel und hätte in folgender Stellung den Deckel schon fast draufsetzen können.

Mit Lb5+ hätte Fabian bereits früh für klare Verhältnisse sorgen können.

Stattdessen zog Fabian Da4+ und ließ den klaren Vorteil verstreichen. Weil Danill sich in einigen Situationen richtigerweise dazu entschied das Läuferpaar zu behalten, konnte er sich trotz eines Bauern weniger in die Partie zurückkämpfen.

Bei seiner allersten Partie mit klassischer Bedenkzeit gab Danill eine gute Figur ab.

Mit zunehmender Spieldauer kippte die Stellung in Richtung Schwarz, Danill bog in die Siegerstraße ein. Doch dann passierte das, was so häufig in Schachpartien geschieht und das Brettspiel so gnadenlos macht:

Fabian bot als Weißspielender mit f4? den Damentausch an. Ein Fehler, denn wenn Weiß sich hier noch realistische Chancen auf einen Sieg ausrechnen möchte, muss er die Damen auf dem Brett behalten. Doch der vermeintliche strategische Fehler entpuppte sich als Falle, denn Danill zog daraufhin Lh6??, womit er die Dame und Partie einzügig einstellte. 1:0 für Vechta II.

Mit etwas Spielglück sorgte Fabian für den ersten Punkt der zweiten Mannschaft.

Am zweiten Brett verteidigte sich Andreas lange gegen Christoph, bevor er „am Ende den Druck nachgeben musste“, so Mannschaftsführer Mark. 2:0 für Vechta II.

Hielt lange mit, musste sich am Ende dennoch geschlagen geben: Andreas – hier vermutlich gerade auf der Suche nach einem jeromeähnlichen Angriff mit Schwarz.
Christoph rang Andreas mit den weißen Steinen nieder und feierte damit einen Auftakt nach Maß.

Während es zwischen Fabian und Danill vogelwild zuging, ging es am dritten Brett bedeutend ruhiger zu. Dort trafen zum allersten Mal Daniel und Viktor aufeinander, die sich beide zunächst sehr kontrolliert entwickelten. Daniel übernahm früh die Kontrolle übers Zentrum, positionierte seine Springer und Läufer symmetrisch, wohingegen Viktor, wie wir ihn kennen, seine Figuren sehr bedächtig aufstellte, um später aus der Tiefe Angriffe zu initiieren.

Ruhiges Abtasten lautete die Devise beider Spieler.

Und wenn ich mich mal wieder einer Fußballanalogie bedienen darf, dann doch, dass die Partie einem typischen 0:0 glich, bei dem der erste Fehler spielentscheidend sein könnte. Et voila:

Daniel übersah beim zunächst sinnvoll erscheinenden Vorstoß c4, dass der c-Bauer nach Sxe4 und Lxe4 ungeschützt genommen werden darf. Ein glatter Mehrbauer für Viktor, dessen Spiel nun Fahrt aufnahm. Daniel fehlten die kreativen Ideen zum vernünftigen Gegenspiel, Viktor verwertete seinen Vorteil trocken zum 3:0 für Vechta II.

Nach Lc4 gab Daniel auf. Die Stellung ist aus weißer Sicht nicht mehr zu retten.

Viktor konnte der Partie seinen Stempel aufdrücken und Daniel bezwingen.
Hier schien die Sache für Daniel noch in Ordnung zu sein.

3:0 – der Drops war schon längst gelutscht, ehe Mark und Manfred sich zum zweiten Mal an diesem Tag friedlich die Hände reichen sollten. In der französischen Abtauschvariante unterliefen beiden Spielern kaum entscheidende Fehler. In der Crunchtime, dem Endspiel, übersah Manfred allerdings die Möglichkeit, mit etwas aktiverem Spiel entscheidenden Vorteil zu erzielen.

Manfred (Schwarz) steht minimal besser, da er den aktiveren König hat. Statt aber mit dem König den b4 Bauern zu attackieren, marschierte er mit seinen Bauern am Königsflügel voran – der Vorteil verpuffte. Wenig später einigten sich die Spieler auf Remis.
Manfred verpasst zum Ende die Chance auf den Sieg.
Mark sicherte für Vechta III den ersten halben Punkt in der Kreisliga Süd.

Am Ende gewann die Zwote überraschend klar mit 3,5:0,5 gegen Vechta III. Für Mark täuschte das Ergebnis jedoch über den Spielverlauf hinweg. „Das Ergebnis war zwar deutlich, aber es hätte auch in die andere Richtung gehen können. Es waren doch viele enge Partien. Mal sehen, was beim zweiten Aufeinandertreffen passiert“, so der Mannschaftsführer.

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SV Kaponier Vechta 2 unterliegt Neubruchhausen 1

Unsere zweite Mannschaft, angeführt von Manfred und mit den Spielern Christoph, Daniel und Fabian, unterlagen am Sonntagmittag knapp mit 1,5:2,5 gegen TSV Neubruchhausen. Christoph gewann kampflos gegen Uwe Wegmann, der nicht zur Partie erschienen war. Nachdem Daniel und sein Gegner alle Steine in ein totes Turmendspiel abgetauscht hatten und sich in der Folge zügig auf Remis einigten, unterlag Fabian parallel bei seinem allerersten Auftritt knapp dem Schachfreund David Wirz. Da leider auch Manfred sein Endspiel gegen Schachfreund Wolfgang Beck verlor, musste unsere Kreisligamannschaft leider ihre erste Saisonniederlage hinnehmen.

Unsere zweite Mannschaft wurde angeführt von Manfred (blauer Pullover). Dahinter spielten Christoph, Daniel und Fabian.

Kampflos gewonnen und gerade deshalb mit einem Gewinnerlächeln: Christoph an unserem zweiten Brett.

Daniel fuhr am Sonntag in seinem ersten Ligaeinsatz seinen ersten halben Punkt ein.

Trotz Niederlage war Fabian mit seinem allerersten Auftritt vollkommen zufrieden, wie er Ralf nachher mitteilte.

Auch Manfred konnte die erste Saisonniederlage leider nicht mehr abwenden.

Revanchieren kann sich unsere zweite Garde bereits am 03. Dezember, wenn es gegen die zweite Mannschaft des TSV Neubruchhausen geht.